12. Oktober 2015
Chinesische Legende (Hermann Hesse)
Von Meng Hsiä wird berichtet:
Als ihm zu Ohren kam, daß neuerdings die
jungen Künstler sich darin übten, auf dem
Kopfe zu stehen, um eine neue Weise des
Sehens zu erproben, unterzog Meng Hsiä sich
sofort ebenfalls dieser Übung, und nachdem
er es eine Weile damit probiert hatte, sagte
er zu seinen Schülern: »Neu und schöner
blickt die Welt mir ins Auge, wenn ich mich
auf den Kopf stelle.«
Dies sprach sich herum, und die Neuerer
unter den jungen Künstlern rühmten sich
dieser Bestätigung ihrer Versuche durch den
alten Meister nicht wenig.
Da dieser als recht wortkarg bekannt war und
seine Jünger mehr durch sein bloßes Dasein
und Beispiel erzog als durch Lehren, wurde
jeder seiner Aussprüche beachtet und weiter
verbreitet.
Und nun wurde, bald nachdem jene Worte die
Neuerer entzückt, viele Alte aber befremdet,
ja erzürnt hatten, schon wieder ein Ausspruch
von ihm bekannt. Er habe, so erzählte man,
sich neuestens so geäußert:
»Wie gut, daß der Mensch zwei Beine hat!
Das Stehen auf dem Kopf ist der Gesundheit
nicht zuträglich, und wenn der auf dem Kopf
Stehende sich wieder aufrichtet, dann blickt
ihm, dem auf den Füßen Stehenden, die Welt
doppelt so schön ins Auge.«
An diesen Worten des Meisters nahmen so-
wohl die jungen Kopfsteher, die sich von ihm
verraten oder verspottet fühlten, wie auch
die Mandarine großen Anstoß.
»Heute«, so sagten die Mandarine »behauptet
Meng Hsiä dies, und morgen das Gegenteil.
Es kann aber doch unmöglich zwei Wahrheiten
geben. Wer mag den unklug gewordenen
Alten da noch ernst nehmen?«
Dem Meister wurde hinterbracht, wie die
Neuerer und wie die Mandarine über ihn
redeten. Er lachte nur. Und da die Seinen
ihn um Erklärung baten, sagte er:
»Es gibt die Wirklichkeit, ihr Knaben, und an
der ist nicht zu rütteln. Wahrheiten aber,
nämlich in Worten ausgedrückte Meinungen
über das Wirkliche, gibt es unzählige, und jede
ist ebenso richtig wie sie falsch ist.«
Zu weiteren Erklärungen konnten ihn die
Schüler, so sehr sie sich bemühten, nicht
bewegen.
6. Oktober 2015
Aber das Schöne ist ...
... dass sich das Falsche letztlich niemals durchsetzen wird. Insofern bin ich Optimist.
Henning Mankell
»Das Leben ist ja im Prinzip eine Tragödie und keine Komödie.«
________________________________________________
»Ich gerate plötzlich ins Schleudern und kann den Wagen nicht mehr kontrollieren. Er kracht frontal gegen die Leitplanke. Der Airbag füllt sich. Mir wird schwarz vor Augen, und ich verliere für ein paar Sekunden das Bewußtsein.«
________________________________________________
»Was mich manchmal beunruhigt, ist, dass man so lange tot sein wird. Das ist eine schreckliche Vorstellung. Was natürlich idiotisch ist, denn Zeit und Raum hören ja auf zu existieren, wenn man tot ist. Aber manchmal frage ich mich, wie ich das nur aushalten soll, eine Million Jahre tot zu sein.«
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»Ich gerate plötzlich ins Schleudern und kann den Wagen nicht mehr kontrollieren. Er kracht frontal gegen die Leitplanke. Der Airbag füllt sich. Mir wird schwarz vor Augen, und ich verliere für ein paar Sekunden das Bewußtsein.«
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»Was mich manchmal beunruhigt, ist, dass man so lange tot sein wird. Das ist eine schreckliche Vorstellung. Was natürlich idiotisch ist, denn Zeit und Raum hören ja auf zu existieren, wenn man tot ist. Aber manchmal frage ich mich, wie ich das nur aushalten soll, eine Million Jahre tot zu sein.«
26. September 2015
Wie lange lassen wir uns sowas noch gefallen?
Ausgerechnet ein Edmund Stoiber darf sich bei der EU um Bürokratie-Abbau kümmern. Günther Oettinger ist EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Der illiberale Tibor Navracsics, Freund und ehemaliger Minister von Viktor Orbán, ist EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport. Saudi-Arabien hat neuerdings den Vorsitz des UNO-Menschenrechtsrats (warum eigentlich nicht gleich Nord-Korea?). Sepp Blatter ist immer noch FIFA-Präsident (aber wenigstens das nicht mehr lange, oder?)
Und diese Aufzählung kann von einem Fleißigen geradezu unendlich fortgesetzt werden ...
Und diese Aufzählung kann von einem Fleißigen geradezu unendlich fortgesetzt werden ...
30. August 2015
Freiheit und Muße
Die Muße, die ich liebe, ist nicht die eines Nichtstuers, der mit gekreuzten Armen in völliger Untätigkeit verharrt und nicht mehr denkt, als er handelt. Sie ist die eines Kindes, das ständig in Bewegung ist, um nichts zu tun, und die eines unschuldigen Schwätzers, der verworrenes Zeug redet, sobald seine Arme in Ruhe sind. Ich beschäftige mich gerne mit Nichtigkeiten, beginne hundert Dinge und vollende nicht eins, gehe und komme, wie es mir einfällt, wechsle in jedem Augenblick den Plan, folge einer Fliege in all ihren Flügen, will einen Felsen entwurzeln, um zu sehen, was darunter ist, unternehme voll Eifer eine Arbeit von zehn Jahren und gebe sie ohne Bedauern nach zehn Minuten auf, kurz, ich schlendere am liebsten den ganzen Tag ohne Plan und Ordnung umher und folge in allem nur der Laune des Augenblicks.
(Jean-Jacques Rousseau)
The leisure which I love is not of a do-nothing remaining with crossed arms in complete inactivity and no more thinking, as he acts. It is that of a child, which is constantly in motion, to do nothing, or that of an innocent babbler who speaks kinky stuff as soon as his arms are at rest. I like to work with trivialities, begin a hundred things and to finish no one, go and come as it comes to mind, change the plan at any moment, follow a fly in all their flights, wants a rock uproot, to see what is below, enterprising eagerly work of ten years and will give them on after ten minutes without regret, briefly, I prefer to stroll around the whole day without a plan and order and follow in everything only the whim of the moment.
(Jean-Jacques Rousseau)
(Jean-Jacques Rousseau)
The leisure which I love is not of a do-nothing remaining with crossed arms in complete inactivity and no more thinking, as he acts. It is that of a child, which is constantly in motion, to do nothing, or that of an innocent babbler who speaks kinky stuff as soon as his arms are at rest. I like to work with trivialities, begin a hundred things and to finish no one, go and come as it comes to mind, change the plan at any moment, follow a fly in all their flights, wants a rock uproot, to see what is below, enterprising eagerly work of ten years and will give them on after ten minutes without regret, briefly, I prefer to stroll around the whole day without a plan and order and follow in everything only the whim of the moment.
(Jean-Jacques Rousseau)
29. August 2015
Aus "Schwarzes Loch" von Thomas Gollas S.60
Es
soll Leute geben, die irgendwann anfangen Stimmen
zu hören. Wie schön wäre es, Stimmen zu hören.
Ich höre nur mein Lachen über mich selbst.
25. August 2015
Immigranten und Flüchtlinge
Wer einen ganzen Kontinent jahrhundertelang schamlos ausbeutet und bestiehlt, sollte sich nicht wundern, wenn die Enkel der Beklauten kommen und nachschauen, wo die ganzen erbeuteten Schätze geblieben sind.
Spanien, Portugal, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Italien, USA, Deutschland! Habe ich etwas übersehen? Bitte vervollständigen!
Spanien, Portugal, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Italien, USA, Deutschland! Habe ich etwas übersehen? Bitte vervollständigen!
Optimismus
Das Schöne ist die Gewissheit, dass sich das Falsche letztlich niemals durchsetzen kann. Insofern bin ich Optimist.
4. August 2015
Aus "Schwarzes Loch" von Thomas Gollas S.114 - 116
Sein erstes Erlebnis mit Gott habe er in der zweiten Klasse der Volksschule im Alter von sieben Jahren gehabt. Er habe da eine alte, asketisch strenge, verknöcherte, bigotte und niemals lächelnde, geschweige denn lachende Jungfer als Religionslehrerin gehabt – mit streng nach hinten gekämmten, dünnen Haaren und einem kleinen lächerlichen Knoten – leibliche Schwester und gleichzeitig Pfarrfrau des Pfarrers im Nachbarort. In einer der ersten Religionsstunden habe diese Person jeden einzelnen Schüler, durch die Schulbänke von vorne nach hinten gefragt, ob er an Gott glaube. Jeder habe die offensichtlich erwartete Antwort gegeben, nämlich: Ja! Als Merz an der Reihe gewesen sei, habe er, wahrscheinlich aus reinem Eskapismus, aus Neugier auf die Reaktion, aus kindlicher Lust an Provokation und spielerischem Trotz mit Nein! geantwortet – und sei in diesem Moment wahrscheinlich näher bei Gott gewesen als jeder andere – gleichwohl habe er aber daraufhin sofort und geradezu körperlich die ganze Aufmerksamkeit, Energie und Wut dieser dünnen, hochnäsigen und wahrscheinlich wahnsinnigen Frau gespürt. Seine Klassenkameraden hätten den Atem angehalten und ihn alle zugleich erschrocken angestarrt, weil ihnen die Explosivität seiner offenbar unerhörten Antwort schlagartig bewußt geworden sei. Schließlich habe sich die Empörung und Wut der Religionslehrerin in Form einer apokalyptischen Anklage gegen ihn entladen, wie er es nie wieder im Leben habe hören müssen. Demnach war er der größte Sünder und Verbrecher aller Zeiten, ein Verirrter, möglicherweise eine Ausgeburt der Hölle, ja, wahrscheinlich der Antichrist, der nur mit größter Disziplin, mit totaler Hingabe an Gott und nur mit zukünftig absolut sündenfreiem Leben vielleicht eine kleine Chance habe wieder in die Gemeinschaft der Gotteskinder aufgenommen zu werden und an der Barmherzigkeit Gottes teilzuhaben. Er, Merz, sei also schon im Alter von sieben Jahren beim lieben Gott unangenehm auf- gefallen und wisse bis heute nicht, ob er zwischenzeitlich einen Teil seiner monströsen Schuld abtragen konnte oder ob sein Platz in der Hölle nach wie vor freigehalten werde.
1. August 2015
Staat
Wenn der Staat dich reguliert, jammerst du über zuviel Staat, wenn er deine Gegner reguliert, schreist du nach mehr Staat.
10. Juli 2015
Zur Sehnsucht nach der "besseren" Welt.
Es wird keine "bessere" Welt geben, weil es niemals "bessere" Menschen geben wird.
There will be no "better" world, because there will never be "better" people.
19. Juni 2015
22. Mai 2015
25. April 2015
Informationsflut
Wenn ich heute von den Skeptikern der (übrigens nicht zu stoppenden und nicht umkehrbaren) technologischen Entwicklung und sogar von angesehenen Wissenschaftlern höre, dass die Informationsflut des Internet und der sozialen Netzwerke für das einzelne Individuum zuviel und ungesund und überhaupt überflüssig sei, und wenn ich höre, wie Leute damit kokettieren, dass sie eine Smartphone- und Internetpause einlegen würden, und Kinder in den Schulen, unter dem Applaus der Besorgten, zu handyfreien Monaten angeregt werden, muss ich daran denken, dass nach der Erfindung der Eisenbahn die Koryphäen der Medizin felsenfest behauptet haben, der menschliche Organismus könne eine Geschwindigkeit von mehr als 30 km/h nicht aushalten und würde jenseits dieser Schwelle sterben ...
26. März 2015
Misstrauen und Angst
Über den Zustand der Gesellschaft und der Welt informieren wir uns heute - mehr oder weniger misstrauisch - über die Massenmedien (mehr oder weniger gefiltert durch die Wahrnehmungsblasen unserer sozialen Netzwerke) und nicht mehr über persönliches Erleben. Daher unser Misstrauen und unsere Angst.
23. März 2015
Helden
Heldenglorifizierung kommt von der Sehnsucht, es möge bessere Menschen geben, als man selbst. Die Wahrheit aber ist: Es gibt keine besseren.
20. März 2015
12. März 2015
Erfolg und Mißerfolg
Der Ruhm und das Scheitern haben etwas gemeinsam, sie sind nicht ernst zu nehmen.
11. März 2015
Nimrud u.v.a.
Das Wirken des Propheten und die Erfindung des Islam waren der Anfang von Stillstand und Ende der Hochkulturen im Orient.
25. Februar 2015
Gabriele Krone-Schmalz "Russland verstehen" (?)
Gabriele Krone-Schmalz fordert uns mit ihrer Streitschrift auf Russland zu verstehen. Eine hilfreiche Voraussetzung hierfür wäre, dass Russland uns, die westlichen, freiheitlichen und rechtsstaatlichen Demokratien einmal ehrlich versuchen würde zu verstehen. Für uns hatte Russland bisher nur ein verächtliches, arrogantes Lächeln übrig, aus dem Gesicht eines autoritären Despoten, der seine Kritiker nach Schauprozessen wegsperren lässt. Was gibt es daran groß zu verstehen? So etwas kennen wir zur Genüge und haben es überwunden.
22. Februar 2015
Putin
Man nehme eine extreme Komplexbeladenheit wegen Kleinwüchsigkeit, gepaart mit trotziger Eitelkeit und einer Sozialisation im Geheimdienst, wo taktische Intelligenz (auch bekannt als Bauernschläue) und grundsätzliches Misstrauen gegenüber allem und jedem, und vor allem gegenüber der Zukunft, auf die Spitze getrieben wird, und heraus kommt eine Figur wie Putin.
Mitten in Europa! NOUS SOMMES CE QUE?
In Ungarn, mitten in Europa, gibt es eine selbst so bezeichnete "illiberale" Regierung, die die gleichen Ziele verfolgt, wie die Attentäter von Paris, nämlich die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit. Tibor Navracsics, der als Minister für Verwaltung und Justiz allergrößten Anteil an der Beschränkung dieser Grundrechte in Ungarn hatte, ist übrigens jetzt EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport! NOUS SOMMES CE QUE?
16. Februar 2015
Aus »Der Mann ohne Eigenschaften« von R. Musil 2
Heute macht das Schicksal eher den Eindruck der übergeordneten Bewegung einer Masse, man steckt darin und wird mitgewälzt.
...
Was man heute noch persönliches Schicksal nennt, wird verdrängt von kollektiven und schließlich statistisch erfaßbaren Vorgängen, ...
_____________________
... begegnete es ihm zum erstenmal, daß er sich für ein Unternehmen zu alt fühlte ... : Du vermagst etwas nicht mehr zu tun!
_____________________
Diese Abneigung bei nahem Beisammensein gibt es besonders zwischen Frauen." ... Es gibt sie auch zwischen Mann und Frau, ... sie wird dort bloß von den Verpflichtungen des Liebeshandels überdeckt, die sofort die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Aber gar nicht so selten wachen die Verflochtenen aus diesem plötzlich auf und sehen dann – je nach ihrer Art mit Staunen, Ironie oder Fluchtdrang – ein völlig fremdes Wesen sich an ihrer Seite breitmachen; ...
_____________________
Denn man lügt heute weniger aus Schwäche als aus der Überzeugung, daß ein Mann, der das Leben meistert, lügen können muß. Man ist gewalttätig, weil die Eindeutigkeit der Gewalt nach langem ergebnislosen Reden wie eine Erlösung wirkt. Man vereinigt sich zu Gruppen, weil Gehorsam alles das zu tun erlaubt, was man aus eigener Überzeugung längst nicht mehr vermöchte, und die Feindseligkeit dieser Gruppen schenkt den Menschen die nimmer ruhende Gegenseitigkeit der Blutrache, während die Liebe sehr bald zum Einschlafen käme.
_____________________
Dieses Gehn ohne Ziel und deutliche Bestimmung in einer lebhaft mit sich selbst beschäftigten Stadt, diese gesteigerte Anspannung des Erlebens bei gesteigerter Fremdheit, die noch durch die Überzeugung gestärkt wird, daß es auf einen nicht ankomme, sondern nur auf diese Summen von Gesichtern, ... vermag das Gefühl zu wecken, daß man sich als noch ganz und geschlossen für sich wandelnder Mensch schon geradezu unsozial und verbrecherisch vorkommt; ...
...
Was man heute noch persönliches Schicksal nennt, wird verdrängt von kollektiven und schließlich statistisch erfaßbaren Vorgängen, ...
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... begegnete es ihm zum erstenmal, daß er sich für ein Unternehmen zu alt fühlte ... : Du vermagst etwas nicht mehr zu tun!
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Diese Abneigung bei nahem Beisammensein gibt es besonders zwischen Frauen." ... Es gibt sie auch zwischen Mann und Frau, ... sie wird dort bloß von den Verpflichtungen des Liebeshandels überdeckt, die sofort die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Aber gar nicht so selten wachen die Verflochtenen aus diesem plötzlich auf und sehen dann – je nach ihrer Art mit Staunen, Ironie oder Fluchtdrang – ein völlig fremdes Wesen sich an ihrer Seite breitmachen; ...
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Denn man lügt heute weniger aus Schwäche als aus der Überzeugung, daß ein Mann, der das Leben meistert, lügen können muß. Man ist gewalttätig, weil die Eindeutigkeit der Gewalt nach langem ergebnislosen Reden wie eine Erlösung wirkt. Man vereinigt sich zu Gruppen, weil Gehorsam alles das zu tun erlaubt, was man aus eigener Überzeugung längst nicht mehr vermöchte, und die Feindseligkeit dieser Gruppen schenkt den Menschen die nimmer ruhende Gegenseitigkeit der Blutrache, während die Liebe sehr bald zum Einschlafen käme.
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Dieses Gehn ohne Ziel und deutliche Bestimmung in einer lebhaft mit sich selbst beschäftigten Stadt, diese gesteigerte Anspannung des Erlebens bei gesteigerter Fremdheit, die noch durch die Überzeugung gestärkt wird, daß es auf einen nicht ankomme, sondern nur auf diese Summen von Gesichtern, ... vermag das Gefühl zu wecken, daß man sich als noch ganz und geschlossen für sich wandelnder Mensch schon geradezu unsozial und verbrecherisch vorkommt; ...
24. Januar 2015
Zitat des Tages / Quote of the day
"Übrigens male ich wieder. Manchmal gegenständlich, manchmal ungegenständlich, manchmal auch so gegenstandslos, dass auf dem Bild nichts zu sehen ist, was bei mir immer ein Gefühl tiefer Beruhigung auslöst." (aus "Mitteilungen an Max" von Wolfgang Hildesheimer)
"By the way, I paint again. Sometimes representational, sometimes abstract, sometimes so non-representational, that nothing is to see on the picture, what gives me a feeling of a deep reassurance." (from "Messages to Max" by Wolfgang Hildesheimer)
19. Januar 2015
Integration ...
Ich schlage vor eine INTEGRATIONSABGABE für die Industrie, die Banken und alle Arbeitgeber im Land einzuführen, die von den "Gastarbeitern" aus anderen Kulturen und Religionen am meisten profitiert haben und die mit der jetzt immer deutlicher werdenden sozialen Problematik nichts zu tun zu haben glauben. Diese Mittel sollten dann ausschließlich für eine deutliche Aufstockung geeigneter sozialpädagogischer und integrationsfördernder Maßnahmen verwendet werden.
30. Dezember 2014
Pegida ...
... ist das Ergebnis eines Sozialstaats, der es seinen dümmsten und ungebildetsten Mitgliedern so gut gehen lässt, dass die sich irgendwann einbilden, nicht nur genug zu essen verdient zu haben, sondern sogar ein Recht auf rechthaben. Interessant ist daran vor allem, dass hierbei genau diejenigen solidargemeinschaftlichen Strukturen kritisiert werden, von denen diese Klientel am meisten profitiert.
21. Dezember 2014
An die unkritischen Ayn-Rand-Bewunderer
Mein Kommentar zu einem "SZ-Werbefeldzug" 2012 für eine deutsche Ausgabe von Rands "Atlas shrugged":
Die sich in letzter Zeit häufenden und leider nicht besonders kritischen Verweise auf Ayn Rands Kapitalismus- und Egoismusphantasien machen hellhörig. Erst wird (sogar in der SZ, S.3!) eine deutsche Übersetzung von "Atlas Shrugged" mit unverhohlener Bewunderung für den "selbstlosen" jungen Selfmade-Herausgeber quasi gefeiert, dann liest man den Namen Ayn Rand mit dem irreführenden Zusatz "Philosophin" praktisch in jedem Artikel über den amerikanischen Wahlkampf und dann musste man im SZ-Feuilleton einen ziemlich unkritischen Text über den Einfluss Ayn Rands auf die amerikanischen Konservativen lesen. Man fragt sich, ob SZ-Autoren mittlerweile gänzlich zu heimlichen Rand-Bewunderern mutiert sind und hin und wieder testen, ob die Stimmung an der Leserfront bereit ist für offenere Bekenntnisse.
Und ein wenig zuvor mit anderem Adressaten:
Die sich in letzter Zeit häufenden und leider nicht besonders kritischen Verweise auf Ayn Rands Kapitalismus- und Egoismusphantasien machen hellhörig. Erst wird (sogar in der SZ, S.3!) eine deutsche Übersetzung von "Atlas Shrugged" mit unverhohlener Bewunderung für den "selbstlosen" jungen Selfmade-Herausgeber quasi gefeiert, dann liest man den Namen Ayn Rand mit dem irreführenden Zusatz "Philosophin" praktisch in jedem Artikel über den amerikanischen Wahlkampf und dann musste man im SZ-Feuilleton einen ziemlich unkritischen Text über den Einfluss Ayn Rands auf die amerikanischen Konservativen lesen. Man fragt sich, ob SZ-Autoren mittlerweile gänzlich zu heimlichen Rand-Bewunderern mutiert sind und hin und wieder testen, ob die Stimmung an der Leserfront bereit ist für offenere Bekenntnisse.
Da ich es leider in den erwähnten Texten nicht finden konnte, muss ich auf diesem Wege korrigierend eingreifen: Ayn Rands Phantasien, haben mit der Wirklichkeit nicht mehr zu tun als z.B. Tolkiens "Herr der Ringe" oder etwa Hitlers "Mein Kampf" (mit dem "Weltjudentum" als Verursacher aller Miseren der Welt), weil sie verantwortungslos und unwissenschaftlich auf falschen Behauptungen und also Lügen gründen. Die Kapitalisten haben eben gerade nicht "alles gegeben" (wie Rand behauptet) an die "Verlierer", "Nassauer", "Schmarotzer", "Plünderer", sondern haben von vorneherein alles genommen und damit erst Armut geschaffen. Die Kapitalisten waren nicht "stets die Gebenden" (wie bei Rand behauptet wird), sondern stets und von vorneherein die Nehmenden und Ausbeutenden, genauso, wie die sogenannte 1. Welt seit Jahrhunderten den Rest der Welt schamlos und eigennützig ausbeutet und ihm alle Entwicklungsmöglichkeiten immer wieder gestohlen hat. Und im übrigen ist die Schlussfolgerung aus all dem Rand'schen Kapitalistenkitsch sogar auch noch sehr dumm, denn das gemeine Volk, von dem sich die Kapitalisten laut Rand abwenden sollen ("We do not need you!"), wird sehr wohl "gebraucht", nämlich als möglichst dumme und ungebildete Verbraucher- und Konsumentenmasse.
Und ein wenig zuvor mit anderem Adressaten:
An die Ayn Rand-Enthusiasten: Es ist fahrlässig und kurzsichtig die in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts, aus einer im russischen Stalinismus traumatisierten Kinderseele heraus, entwickelten und formulierten Ideen Ayn Rands zu gesellschaftlich unkontrollierter, ungezügelter, freier Entfaltungsmöglichkeit des profitorientierten und also naturgemäß egoistischen Unternehmerindividuums, auf heute zu übertragen. Es stehen den unternehmenslustigen Individuen heute Technologien zur Verfügung, die ein wesentlich gewaltigeres Gefährdungspotenzial für die Lebensgrundlagen von Mensch und Natur in sich tragen, als zu Zeiten Ayn Rands. Obwohl wir tatsächlich fast überall auf der Welt wesentlich strengere Kontrollen und Genehmigungsverfahren für industrielle Unternehmungen haben, als aus den Rand‘schen Wunschvorstellungen herausgelesen werden können, kommt es immer wieder zu immer katastrophaleren Ereignissen mit ungeheuer verheerenden Folgen für Mensch und Natur, weil ungezügelte Unternehmer eben andere Prioritäten haben als betroffene, unbeteiligte potenziell Geschädigte. Die Katastrophen von Exxon (Exxon Valdez), BP (Deepwater Horizon), Tepco (Fukushima), den global agierenden Großbanken (Banken-, Finanzkrise) und viele andere, führen uns immer wieder vor Augen, dass die Initiativen der freien Unternehmen naturgemäß immer zu kurz gedacht sind und mögliche Gefahren in den Entscheidungsgremien wegen der verlockenden Profitprognosen immer verharmlost werden und auf die leichte Schulter genommen werden, zumal für Schadensregulierung bei den erwähnten Katastrophen die Verursacher nie im vollen Umfang herangezogen werden können. Angesichts der rasend schnellen technischen Entwicklungen, deren Gefahrenpotenzial entsprechend schwer überschaubar ist, sind die Schlussfolgerungen aus Rands Thesen, die zu mehr freier, unkontrollierter, ungezügelter Initiative des Unternehmerindividuums führen soll, genau falsch. Wir brauchen mehr gesellschaftliche Kontrolle und nicht weniger. Die bundesrepublikanische „soziale“ Marktwirtschaft war ein guter Ansatz für einen Mittelweg zwischen unternehmerischem Egoismus und gesamtgesellschaftlicher Verantwortungsbereitschaft. Dass wichtige Bestandteile der sozialen Marktwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr ausgehöhlt wurden, kann ihr heute nicht angelastet werden. Vielleicht wäre es hilfreich den Begriff zu harmonisieren und statt „soziale“ „gemeinschaftliche“ Marktwirtschaft zu sagen, dann wäre all denen das rote Tuch genommen, die in allem, was auch nur ansatzweise den Begriff sozial enthält sofort den fehlentwickelten planwirtschaftlichen Kommunismus des verschwundenen Ostblocks vermuten.
17. Dezember 2014
Das Springen direkt aus dem Sitzen heraus
Ich habe geträumt, ich hätte irgendwo gelesen, dass Bonobos, die angeblich intelligentesten Menschenaffen, etwas können, was keine andere Primatenart, einschließlich des Menschen kann: Das Springen direkt aus dem Sitzen heraus. Frage mich, ob das was für mich wäre und ob ich schonmal zu üben anfangen soll. Vielleicht kommt ja die Redewendung "Im-Dreieck-Springen" von daher (das kann ich nämlich schonmal sehr gut!). Das Springen direkt aus dem Sitzen heraus ist vielleicht eine über die Jahrtausende, mangels regelmäßiger Praxis, verloren gegangene Fähigkeit auch von uns Menschen?
Jumping directly from sitting
I dreamed I had read somewhere that bonobos who are allegedly the most intelligent apes, something can what no other primate species, including humans can do: Jumping directly from sitting out.
I ask myself, if that would be useful for me and if I should start practicing it. Perhaps the phrase "Jumping in a Triangle" comes from there (and that I can ever namely very good!).
Jumping directly from sitting
I dreamed I had read somewhere that bonobos who are allegedly the most intelligent apes, something can what no other primate species, including humans can do: Jumping directly from sitting out.
I ask myself, if that would be useful for me and if I should start practicing it. Perhaps the phrase "Jumping in a Triangle" comes from there (and that I can ever namely very good!).
5. Dezember 2014
Tweets, gerade noch vom 3.12.2014
1
"Ich bin ein Opfer meiner Vernunft!"
Video > Burgtheater Gert Voss und Peter Simonischek
__________________________
2
Dieses Video, der Briefwechsel zwischen Thomas Bernhard und Siegfried Unseld verlangt eine Stunde Zeit. Glaubt mir, es lohnt sich!
"... abwechselnd leben und existieren ..."
____________________
3
"... aber ich heule nicht, ich verachte nur ... ich könnte jetzt wütend sein, aber ich bin es nicht." (Thomas Bernhard)
____________________
4
"Wir brauchen uns nicht zu schämen, aber wir sind auch nichts und wir verdienen nichts, als das Chaos."
(Thomas Bernhard)
_________________________
5
"Und nächstes Mal schreiben sie mir bitte "HERZLICH"
und nicht "mit freundlichen Grüßen", die ich zutiefst verabscheue." (Thomas Bernhard)
____________________
6
"Mir wäre es recht, wenn wir Ende Juni zu einem Gespräch zusammenkommen könnten, an einem neutralen Ort,
hier im Umkreis." (Thomas Bernhard)
____________________
7
"... er anerkennt, dass es neben ihm noch andere Autoren gibt." (Siegfried Unseld)
____________________
All das und noch viel mehr im Video von der Aufführung
am Burgtheater Wien, mit den Lesern Gert Voss und Peter Simonischek.
"Ich bin ein Opfer meiner Vernunft!"
Thomas Bernhard im Briefwechsel mit
Siegfried UnseldVideo > Burgtheater Gert Voss und Peter Simonischek
__________________________
2
Dieses Video, der Briefwechsel zwischen Thomas Bernhard und Siegfried Unseld verlangt eine Stunde Zeit. Glaubt mir, es lohnt sich!
"... abwechselnd leben und existieren ..."
____________________
3
"... aber ich heule nicht, ich verachte nur ... ich könnte jetzt wütend sein, aber ich bin es nicht." (Thomas Bernhard)
____________________
4
"Wir brauchen uns nicht zu schämen, aber wir sind auch nichts und wir verdienen nichts, als das Chaos."
(Thomas Bernhard)
_________________________
5
"Und nächstes Mal schreiben sie mir bitte "HERZLICH"
und nicht "mit freundlichen Grüßen", die ich zutiefst verabscheue." (Thomas Bernhard)
____________________
6
"Mir wäre es recht, wenn wir Ende Juni zu einem Gespräch zusammenkommen könnten, an einem neutralen Ort,
hier im Umkreis." (Thomas Bernhard)
____________________
7
"... er anerkennt, dass es neben ihm noch andere Autoren gibt." (Siegfried Unseld)
____________________
All das und noch viel mehr im Video von der Aufführung
am Burgtheater Wien, mit den Lesern Gert Voss und Peter Simonischek.
3. Dezember 2014
Tweets am 3.12.2014
1 - von @andyamholst
[Bazon Brock "Der Tod muss abgeschafft werden"
http://bit.ly/1sREoUY ]
2 - von @bazonbrock
@andyamholst Der Ursprung des Zitats liegt hier:
@bazonbrock Einwand meiner Frau: die Begräbnisrituale seien
nicht für den Toten, sondern für die Hinterbliebenen gedacht.
Hat sie recht?
@BernardGollas Ja. Siehe: Begräbnisrituale/Todesanzeigen:
Man redet mit den Toten, man spricht sie sogar direkt an,
als seien sie anwesend.
[Bazon Brock "Der Tod muss abgeschafft werden"
http://bit.ly/1sREoUY ]
2 - von @bazonbrock
_____________________________
3 - von mir
nicht für den Toten, sondern für die Hinterbliebenen gedacht.
Hat sie recht?
_____________________________
4 - von @bazonbrock
Man redet mit den Toten, man spricht sie sogar direkt an,
als seien sie anwesend.
_____________________________
5 - von mir
@bazonbrock
Ich sage meiner Frau, ich möchte für meine Leiche
kein Begräbnisritual. Aber sie sagt, das habe mich nicht zu interessieren,>
> es ginge da um ihre Bedürfnisse, nicht um meine, ich sei ja dann tot.
Hat sie schon wieder recht?
______________________________
6 - von @bazonbrock
@BernardGollas Bitte legen Sie sich nicht voreilig fest.
Aus der Literatur wissen wir, dass Tote sich jämmerlich verlassen fühlen.
_______________________________
7 - von mir
@bazonbrock Vielen Dank für den weisen Rat. Hilft mir sehr.
Dachte diese Interessensdiskrepanz sei ein unlösbares Dilemma.
5 - von mir
kein Begräbnisritual. Aber sie sagt, das habe mich nicht zu interessieren,>
> es ginge da um ihre Bedürfnisse, nicht um meine, ich sei ja dann tot.
Hat sie schon wieder recht?
______________________________
6 - von @bazonbrock
Aus der Literatur wissen wir, dass Tote sich jämmerlich verlassen fühlen.
_______________________________
7 - von mir
Dachte diese Interessensdiskrepanz sei ein unlösbares Dilemma.
2. Dezember 2014
Tweets am 2.12.2014
1 - Ich habe auf der Suche nach einem Parkverbots-Schild (Nur freitags,
oder Nur Freitag) für den Feminismus ein Wort erfunden: NUR FRAUTAG !
__________________
2 - Wenn DER Feminismus das jetzt ohne mich zu fragen verwendet, könnte ich das urheberrechtlich verhindern?@solmecke (siehe auch Tweet 1)
__________________
3 - Habe auch ein#twttrscrbbl gemacht. NUR FRAUTAG !
#Twicrablle #twrabble @kusanowsky (beachte auch Tweet 1+2)
__________________
2 - Wenn DER Feminismus das jetzt ohne mich zu fragen verwendet, könnte ich das urheberrechtlich verhindern?
__________________
3 - Habe auch ein
1. Dezember 2014
Tweets am 1.12.2014
Es ist genauso spannend, zu erwarten, ob jemand bestimmte Erwartungen
erfüllt, oder ob er sie nicht erfüllt. Neutraler Beobachter.
_________
Ich sag' den Leuten im RL immer fürsorglich, sie sollen mich nicht unterschätzen. Was tun Sie? Sie unterschätzen mich! *kopfschüttel
Zugegeben, manche warne ich nicht. Manche lasse ich genüßlich ins Messer laufen. Tun mir aber sofort leid.
_________
Das Mindeste, was ich erwarte bei Kunstbetrachtung: Interesseloses Wohlgefallen
_________
Der Vorteil, morgens um 6 Uhr in der Früh: Die Meisten pennen noch. Kann mich ganz auf mich selbst konzentrieren.
_________
Ich mache mir nix vor. Ich denke, Solidarität unter Twitterern? Fehlanzeige? Oder?
Re von @Fritz da habe ich aber schon Beispiele von tätiger Hilfe beobachtet...
Re von mir: Das beruhigt mich ein wenig. Danke!
_________
Frage an die alten Hasen: Liegt es an Twitter, dieser Wandel zum Frühaufsteher? Ich war früher eher ein Langschläfer
Die Tastatur des Telefons akzeptiert hinter dem Wort 'Langschläfer' keinen Punkt, macht penetrant 'Landschaft' draus. > Fav von @kaot50
_________
Überhaupt das Schreiben mit dieser eigenwilligen Display- Tastatur. >
> > Muss ständig jedes Wort prüfen, weil Tastatur etwas ganz anderes schreiben will, als ich.
_________
Ich sag' den Leuten im RL immer fürsorglich, sie sollen mich nicht unterschätzen. Was tun Sie? Sie unterschätzen mich! *kopfschüttel
Zugegeben, manche warne ich nicht. Manche lasse ich genüßlich ins Messer laufen. Tun mir aber sofort leid.
_________
Das Mindeste, was ich erwarte bei Kunstbetrachtung: Interesseloses Wohlgefallen
_________
Der Vorteil, morgens um 6 Uhr in der Früh: Die Meisten pennen noch. Kann mich ganz auf mich selbst konzentrieren.
_________
Ich mache mir nix vor. Ich denke, Solidarität unter Twitterern? Fehlanzeige? Oder?
Re von @Fritz da habe ich aber schon Beispiele von tätiger Hilfe beobachtet...
Re von mir: Das beruhigt mich ein wenig. Danke!
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Frage an die alten Hasen: Liegt es an Twitter, dieser Wandel zum Frühaufsteher? Ich war früher eher ein Langschläfer
Die Tastatur des Telefons akzeptiert hinter dem Wort 'Langschläfer' keinen Punkt, macht penetrant 'Landschaft' draus. > Fav von @kaot50
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Überhaupt das Schreiben mit dieser eigenwilligen Display- Tastatur. >
> > Muss ständig jedes Wort prüfen, weil Tastatur etwas ganz anderes schreiben will, als ich.
30. November 2014
Meine Bitte an die Kunstskeptiker
Ungläubiges Erstaunen erfüllt mich immer wieder, wenn ich in den sozialen Netzwerken mit Kunstskeptikern konfrontiert bin. Die Ignoranz und die Geringschätzung, Künstlern und der Kunst gegenüber, ist leider quer durch alle Gesellschafts- und Bildungs-schichten sowie weltanschaulichen Orientierungen, erstaunlich und überraschend weit verbreitet und rätselhaft. Zeitgenössischen Künstlern werden Effekthascherei, Scharlatanerie, Narrentum usw. unterstellt und die Hürden für Verständnis scheinen oft tatsächlich unüberwindlich.
Auf Nachfrage, was denn an zeitgenössischer Kunst ungenügend und unbefriedigend sei, beklagt der Eine fehlende Botschaften, Andere etwa meinen, bloßes, vordergründiges Spektakel zur rein profit-orientierten Selbstvermarktung entdeckt zu haben; es lässt sich allerdings auch leider nie in Erfahrung bringen, was genau eine solche Botschaft zu transportieren habe und was also ganz besonders dringend in der modernen Kunst vermisst werde. Schließlich gibt es neben vielen anderen Spielarten des Kunstskeptikers durchaus auch welche, die überhaupt dieses ganze Kunst- und Künstlergesindel am liebsten wegsperren würden.
Mit den Gründen dieser besorgniserregenden, intoleranten Tendenzen mögen sich Berufenere in den Bildungs-, Sozial- und Gesellschafts-wissenschaften beschäftigen. Ich habe dies jetzt allerdings zum Anlass genommen, meine künstlerischen Aktivitäten nicht mehr unter dem Titel "Kunst" und "Künstler" stattfinden zu lassen. Meine Kunst ist ab sofort als Nichtkunst (Not Art) zu verstehen, also eine Art Notkunst, gemacht von einem Nichtkünstler. Ich bitte nur um eines: Ich möchte weiterhin im Rahmen der gesetzlichen Übereinkünfte unserer freiheitlich demokratischen Gesellschaftsordnung, die Freiheit in Anspruch nehmen dürfen, zu tun, was ich will, solange ich niemandem Schaden zufüge. Nur das hat für mich und für meine Existenz einen Sinn. Ich kann und will nichts Anderes. Tut mir leid.
Auf Nachfrage, was denn an zeitgenössischer Kunst ungenügend und unbefriedigend sei, beklagt der Eine fehlende Botschaften, Andere etwa meinen, bloßes, vordergründiges Spektakel zur rein profit-orientierten Selbstvermarktung entdeckt zu haben; es lässt sich allerdings auch leider nie in Erfahrung bringen, was genau eine solche Botschaft zu transportieren habe und was also ganz besonders dringend in der modernen Kunst vermisst werde. Schließlich gibt es neben vielen anderen Spielarten des Kunstskeptikers durchaus auch welche, die überhaupt dieses ganze Kunst- und Künstlergesindel am liebsten wegsperren würden.
Mit den Gründen dieser besorgniserregenden, intoleranten Tendenzen mögen sich Berufenere in den Bildungs-, Sozial- und Gesellschafts-wissenschaften beschäftigen. Ich habe dies jetzt allerdings zum Anlass genommen, meine künstlerischen Aktivitäten nicht mehr unter dem Titel "Kunst" und "Künstler" stattfinden zu lassen. Meine Kunst ist ab sofort als Nichtkunst (Not Art) zu verstehen, also eine Art Notkunst, gemacht von einem Nichtkünstler. Ich bitte nur um eines: Ich möchte weiterhin im Rahmen der gesetzlichen Übereinkünfte unserer freiheitlich demokratischen Gesellschaftsordnung, die Freiheit in Anspruch nehmen dürfen, zu tun, was ich will, solange ich niemandem Schaden zufüge. Nur das hat für mich und für meine Existenz einen Sinn. Ich kann und will nichts Anderes. Tut mir leid.
My request to the Art Skeptics. Incredulous astonishment fills me again and again when I am faced with art skeptics in the social networks. Unfortunately the ignorance and contempt, directed at artists and modern art is amazing and surprisingly common and enigmatic across all social and educational strata and ideological orientations. Contemporary artists are insinuated grandstanding, charlatanism, foolishness, etc. and the barriers to understand mostly do seem insurmountable. On demand, what really is insufficient and unsatisfactory in the modern art, the one complained a lack of messages, the other claims to have found, superficial spectacle for purely profit-oriented self-promotion; I can, however, also unfortunately bring never find out what exactly have to carry such a message, and what shall therefore missing most urgently in modern art. Conclude, there are many other varieties of art skeptic quite some who would best be "locked away all this whole art and artists scum". With the reasons for this worrying, intolerant tendencies shall dealing the experts in the educational, socio and society sciences. However, I have now taken the opportunity not to let my art activities take place under the title "art" and "artist". My art is understood now as non-art (Not Art), done by me, a non-artist. I have only one desire: I want to feel free to continue doing so within the law and of our liberal democratic society, I will not harm anyone. Only my work has a meaning for me and for my existence. I can not and do not want anything else. I'm so sorry!
29. November 2014
Die Frage ist ...
... ob Leonardo da Vinci beispielsweise – der ja immerhin als einer der größten Künstler der Menschheitsgeschichte gilt – würde er heutzutage leben und moderne Computer nutzen können, die Mona Lisa malen würde?
Anders gefragt: Warum gilt Leonardo da Vincis Mona Lisa als eines der größten Kunstwerke das die Menschheit je hervorgebracht hat, eine heutzutage mit dem Computer möglicherweise herstellbare exakte Kopie davon aber nicht?
Was also ist in Wahrheit die Kunst an der Mona Lisa?
The question is whether Leonardo da Vinci would paint the Mona Lisa, if he would live today and could use modern computers? Put another way: What is the real difference between Leonardo's Mona Lisa and an exact copy that could potentially produce a computer today? So what makes Leonardo's Mona Lisa really one of the most important art works of mankind?
Anders gefragt: Warum gilt Leonardo da Vincis Mona Lisa als eines der größten Kunstwerke das die Menschheit je hervorgebracht hat, eine heutzutage mit dem Computer möglicherweise herstellbare exakte Kopie davon aber nicht?
Was also ist in Wahrheit die Kunst an der Mona Lisa?
The question is whether Leonardo da Vinci would paint the Mona Lisa, if he would live today and could use modern computers? Put another way: What is the real difference between Leonardo's Mona Lisa and an exact copy that could potentially produce a computer today? So what makes Leonardo's Mona Lisa really one of the most important art works of mankind?
Endlich ...
... kann ich sagen was Kunst ist. Es hat lange gedauert,
aber es ist ganz einfach!
KUNST IST ZWISCHEN DEM GUTEN
UND DEM SCHLECHTEN DAS GUTE
WÄHLEN.
At last I can say what art is! It took a long time, but it is quite simple:
ART IS, BETWEEN THE GOOD AND THE BAD, TO CHOOSE THE GOOD.
aber es ist ganz einfach!
KUNST IST ZWISCHEN DEM GUTEN
UND DEM SCHLECHTEN DAS GUTE
WÄHLEN.
At last I can say what art is! It took a long time, but it is quite simple:
ART IS, BETWEEN THE GOOD AND THE BAD, TO CHOOSE THE GOOD.
28. November 2014
Revolution
Social Media ist eine epochale Revolution, weil sich grenzenlose, globale Kontakte
zwischen Individuen festigen können, bevor Vorurteile und irrationale Ängste unüberwindlich werden.
Social media is an epochal revolution, because boundless, global contacts between individuals may consolidate before prejudices and irrational fears become insurmountable.
Social media is an epochal revolution, because boundless, global contacts between individuals may consolidate before prejudices and irrational fears become insurmountable.
Frauen und Männer
FRAUEN DENKEN, MÄNNER ÄNDERN SICH,
ABER SIE ÄNDERN SICH NIE.
MÄNNER DENKEN, FRAUEN ÄNDERN SICH NIE,
ABER SIE ÄNDERN SICH.
Die Dummheit ist ein böser Geist
der marodierend umherstreift und sich Köpfe sucht, die ihm günstige Umstände bieten, sich einzunisten.
Diese Umstände sind mangelnde Bildung, gepaart mit Einbildung.
Das müsste doch irgendwann zu überwinden sein?
Diese Umstände sind mangelnde Bildung, gepaart mit Einbildung.
Das müsste doch irgendwann zu überwinden sein?
25. November 2014
Warum verbessert sich nichts ...
... trotz smarter "schöner neuer Welt" mit grenzenloser Kommunikation im Internet, in sozialen Netzwerken, auf Tablets, Smartphones, Smartwatchs, etc.?
Weil es mit dem technischen Fortschritt nicht automatisch und zeitgleich einen Fortschritt in den Köpfen gibt, weil nach wie vor WIR am Werk sind, die gleichen dummen Menschenseelen, wie in früheren, weniger "smarten" Zeiten und da helfen auch keine neuen technischen Möglichkeiten.
Weil es mit dem technischen Fortschritt nicht automatisch und zeitgleich einen Fortschritt in den Köpfen gibt, weil nach wie vor WIR am Werk sind, die gleichen dummen Menschenseelen, wie in früheren, weniger "smarten" Zeiten und da helfen auch keine neuen technischen Möglichkeiten.
31. Oktober 2014
Eine Dose Künstlerscheiße
Meine Kommentare zu Kusanowsky - Eine Dose Künstlerscheiße
“Aber im Sinne einer Aufklärung käme es darauf an, wie Künstler Kunst erklären würden. Aber sie können es nicht …” Diese “Aufklärung” fordern nur die wissgierigen Wissenschaftler, die ja alles erklären wollen, dies aber niemals erreichen werden und die misstrauischen Ahnungslosen, die zu verdächtiger Kunst “kann ich auch” sagen, dies aber niemals beweisen würden. Wenn Künstler Kunst erklären könnten und wollten, wäre sie überflüssig, weil die Erklärungen ja völlig genügten. Man versuche, sich eine erklärte (geklärte?) Musik vorzustellen! “Kunst macht sichtbar, dass es für nichts einfache und alternativlose Lösungen” – und Erklärungen (auch keine schwierigen, komplizierten) – “geben kann; sie fügt der Realität immer noch eine weitere Möglichkeit hinzu.” (Armin Nassehi mit kleinem Einschub) Dem Wissenschaftler und dem Ahnungslosen fällt es naturgemäß schwer dies zu akzeptieren.
Ein Kunstwerk muss ja nicht gleich einen Tornado auslösen, wie der sprichwörtliche Flügelschlag eines Schmetterlings im Regenwald Brasiliens, aber ganz so trivial und irrelevant wie der in China umfallende Sack Reis ist Manzonis Künstlerscheiße in Dosen – genauso übrigens, wie da Vincis Mona Lisa – für die Wirklichkeit der Welt auch nicht. Ohne Manzonis Werk gäbe es zumindest diesen Blogbeitrag und diese Kommentare nicht, ganz zu schweigen von dem Skandal und den Diskussionen, die es damals, vor 50 Jahren, provoziert hat. Manzoni hat also der Wirklichkeit in nicht geringem Maße etwas hinzugefügt und die Welt (ja!) verändert und ich bin mir bei keinem Kunstwerk so sicher, wie bei diesem, dass es früher oder später ein Anderer gemacht hätte, wenn es Manzoni nicht getan hätte.
“Aber im Sinne einer Aufklärung käme es darauf an, wie Künstler Kunst erklären würden. Aber sie können es nicht …” Diese “Aufklärung” fordern nur die wissgierigen Wissenschaftler, die ja alles erklären wollen, dies aber niemals erreichen werden und die misstrauischen Ahnungslosen, die zu verdächtiger Kunst “kann ich auch” sagen, dies aber niemals beweisen würden. Wenn Künstler Kunst erklären könnten und wollten, wäre sie überflüssig, weil die Erklärungen ja völlig genügten. Man versuche, sich eine erklärte (geklärte?) Musik vorzustellen! “Kunst macht sichtbar, dass es für nichts einfache und alternativlose Lösungen” – und Erklärungen (auch keine schwierigen, komplizierten) – “geben kann; sie fügt der Realität immer noch eine weitere Möglichkeit hinzu.” (Armin Nassehi mit kleinem Einschub) Dem Wissenschaftler und dem Ahnungslosen fällt es naturgemäß schwer dies zu akzeptieren.
Ein Kunstwerk muss ja nicht gleich einen Tornado auslösen, wie der sprichwörtliche Flügelschlag eines Schmetterlings im Regenwald Brasiliens, aber ganz so trivial und irrelevant wie der in China umfallende Sack Reis ist Manzonis Künstlerscheiße in Dosen – genauso übrigens, wie da Vincis Mona Lisa – für die Wirklichkeit der Welt auch nicht. Ohne Manzonis Werk gäbe es zumindest diesen Blogbeitrag und diese Kommentare nicht, ganz zu schweigen von dem Skandal und den Diskussionen, die es damals, vor 50 Jahren, provoziert hat. Manzoni hat also der Wirklichkeit in nicht geringem Maße etwas hinzugefügt und die Welt (ja!) verändert und ich bin mir bei keinem Kunstwerk so sicher, wie bei diesem, dass es früher oder später ein Anderer gemacht hätte, wenn es Manzoni nicht getan hätte.
30. Oktober 2014
Aus »Der Mann ohne Eigenschaften« von R. Musil 1
Vor dem Gesetz waren alle Bürger gleich, aber nicht alle waren eben Bürger.
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Man hat Wirklichkeit gewonnen und Traum verloren.
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Man liegt nicht mehr unter einem Baum und guckt zwischen der großen und der zweiten Zehe hindurch in den Himmel.
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Irgendwie geht Ordnung in das Bedürfnis nach Totschlag über.
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Sie wollen wissen, wieso ich jedes Buch kenne? Das kann ich ihnen nun allerdings sagen: Weil ich keines lese!
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Wer sich auf den Inhalt einläßt, ist als Bibliothekar verloren! hat er mich belehrt. Er wird niemals einen Überblick gewinnen!
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... denn man kann vom Leben, wenn es gewaltig ist, nicht auch noch fordern, daß es gut sein soll.
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Allein, das Leben baut nichts auf, wozu es nicht die Steine anderswo ausbricht.
_______________________
Man stelle sich ein Eichhörnchen vor, das nicht weiß, ob es ein Eichhorn oder eine Eichkatze ist, ein Wesen, das keinen Begriff von sich hat, so wird man verstehen, daß es unter Umständen vor seinem eigenen Schwanz eine heillose Angst bekommen kann; ...
_______________________
... mit einer merkwürdigen hastigen Langsamkeit, wie sie entsteht, wenn jemand eilende Geläufigkeit seines Tuns mäßigend verbergen will, ...
_______________________
Sie war durch ein Realgymnasium und einige Semester der Universität gegangen, sie hatte eine Unmenge neuen Wissens berührt, das nicht mehr in den alten Fassungen des klassischen und humanistischen Geistes unterzubringen war; in vielen jungen Leuten hinterläßt solcher Bildungsgang heute das Gefühl, daß sie gänzlich ohnmächtig seien, während vor ihnen die neue Zeit wie eine neue Welt liegt, deren Boden mit den alten Werkzeugen nicht bearbeitet werden kann.
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Man hat Wirklichkeit gewonnen und Traum verloren.
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Man liegt nicht mehr unter einem Baum und guckt zwischen der großen und der zweiten Zehe hindurch in den Himmel.
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Irgendwie geht Ordnung in das Bedürfnis nach Totschlag über.
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Sie wollen wissen, wieso ich jedes Buch kenne? Das kann ich ihnen nun allerdings sagen: Weil ich keines lese!
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Wer sich auf den Inhalt einläßt, ist als Bibliothekar verloren! hat er mich belehrt. Er wird niemals einen Überblick gewinnen!
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... denn man kann vom Leben, wenn es gewaltig ist, nicht auch noch fordern, daß es gut sein soll.
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Allein, das Leben baut nichts auf, wozu es nicht die Steine anderswo ausbricht.
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Man stelle sich ein Eichhörnchen vor, das nicht weiß, ob es ein Eichhorn oder eine Eichkatze ist, ein Wesen, das keinen Begriff von sich hat, so wird man verstehen, daß es unter Umständen vor seinem eigenen Schwanz eine heillose Angst bekommen kann; ...
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... mit einer merkwürdigen hastigen Langsamkeit, wie sie entsteht, wenn jemand eilende Geläufigkeit seines Tuns mäßigend verbergen will, ...
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Sie war durch ein Realgymnasium und einige Semester der Universität gegangen, sie hatte eine Unmenge neuen Wissens berührt, das nicht mehr in den alten Fassungen des klassischen und humanistischen Geistes unterzubringen war; in vielen jungen Leuten hinterläßt solcher Bildungsgang heute das Gefühl, daß sie gänzlich ohnmächtig seien, während vor ihnen die neue Zeit wie eine neue Welt liegt, deren Boden mit den alten Werkzeugen nicht bearbeitet werden kann.
29. Oktober 2014
In den so genannten sozialen Netzwerken
... tummeln sich viele Einäugige, die sich unter Blinden wähnen und es nicht begreifen können, wenn einmal ein Zweiäugiger auftaucht.
23. Oktober 2014
Samuel Beckett
Gefragt, ob er die Heisenbergsche Unschärferelation gelesen habe, antwortete Beckett: "Wenn überhaupt, ist es mir gelungen, sie erfolgreich zu verdrängen."
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Bei der Vorbereitung der Inszenierung von "Quadrat" äußerte Beckett den Wunsch nach den Farben Rot, Gelb, Grün, Blau, und jemand sagte, Schwarz-Weiß sei auch eindrucksvoll. Ein Anderer meinte, man könne es doch erst farbig und dann schwarz-weiß machen. Da sagte Beckett: "Jawohl! So machen wir es, und dazwischen sind 100.000 Jahre Pause."
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Aus "Molloy" (Schlußsätze):
"Es waren die längsten, schönsten Tage des Jahres. Ich lebte im Garten. Ich habe von einer Stimme gesprochen, die mir dies oder das anbefahl. Damals begann ich, mich mit ihr zu vertragen, zu begreifen, was sie wollte. Sie bediente sich nicht der Worte, die man den kleinen Moran gelehrt und die er später seinen eigenen Sohn gelehrt hatte. Daher wußte ich anfangs nicht, was sie wollte. Aber am Ende verstand ich diese Sprache. Ich habe sie verstanden, ich verstehe sie, wenn auch vielleicht falsch. Darauf kommt es nicht an. Auf ihr Geheiß schreibe ich den Bericht. Soll das bedeuten, daß ich jetzt freier bin? Ich weiß es nicht. Es wird sich zeigen. Dann ging ich in das Haus zurück und schrieb 'Es ist Mitternacht. Der Regen peitscht gegen die Scheiben.' Es war nicht Mitternacht. Es regnete nicht."
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Aus "Der Namenlose" (S. 457, werkausgabe edition suhrkamp, 8. Band, 1976):
"Ich brauche nur weiterzumachen, als ob etwas zu tun wäre …"
S. 454
S.455
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Vorwort zu "Film"
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Link Youtube-Clip > Als ich "Der Verwaiser" von Samuel Beckett las
Danke für die Aufmerksamkeit und die Geduld. Es war eine spontane Aktion, als ich plötzlich beim Lesen von Becketts "Der Verwaiser", bei bestem Wetter, auf dem Balkon, den Gedanken hatte, dass die im Verwaiser beschriebene Situation (die Leute in dem Zylinder mit den Nischen), dieser Situation in diesen Wohngebäuden mit den Balkonen, ziemlich ähnlich ist. Der Film ist somit eine Art Illustration zu dem Beckett-Text. (Beckett würde wahrscheinlich sagen: "Oder auch nicht.")
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"Unsere Zeit ist so aufregend, dass man die Menschen eigentlich nur noch mit Langeweile schockieren kann."
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Bei der Vorbereitung der Inszenierung von "Quadrat" äußerte Beckett den Wunsch nach den Farben Rot, Gelb, Grün, Blau, und jemand sagte, Schwarz-Weiß sei auch eindrucksvoll. Ein Anderer meinte, man könne es doch erst farbig und dann schwarz-weiß machen. Da sagte Beckett: "Jawohl! So machen wir es, und dazwischen sind 100.000 Jahre Pause."
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Aus "Molloy" (Schlußsätze):
"Es waren die längsten, schönsten Tage des Jahres. Ich lebte im Garten. Ich habe von einer Stimme gesprochen, die mir dies oder das anbefahl. Damals begann ich, mich mit ihr zu vertragen, zu begreifen, was sie wollte. Sie bediente sich nicht der Worte, die man den kleinen Moran gelehrt und die er später seinen eigenen Sohn gelehrt hatte. Daher wußte ich anfangs nicht, was sie wollte. Aber am Ende verstand ich diese Sprache. Ich habe sie verstanden, ich verstehe sie, wenn auch vielleicht falsch. Darauf kommt es nicht an. Auf ihr Geheiß schreibe ich den Bericht. Soll das bedeuten, daß ich jetzt freier bin? Ich weiß es nicht. Es wird sich zeigen. Dann ging ich in das Haus zurück und schrieb 'Es ist Mitternacht. Der Regen peitscht gegen die Scheiben.' Es war nicht Mitternacht. Es regnete nicht."
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Aus "Der Namenlose" (S. 457, werkausgabe edition suhrkamp, 8. Band, 1976):
"Ich brauche nur weiterzumachen, als ob etwas zu tun wäre …"
S. 454
S.455
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Vorwort zu "Film"
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Link Youtube-Clip > Als ich "Der Verwaiser" von Samuel Beckett las
Danke für die Aufmerksamkeit und die Geduld. Es war eine spontane Aktion, als ich plötzlich beim Lesen von Becketts "Der Verwaiser", bei bestem Wetter, auf dem Balkon, den Gedanken hatte, dass die im Verwaiser beschriebene Situation (die Leute in dem Zylinder mit den Nischen), dieser Situation in diesen Wohngebäuden mit den Balkonen, ziemlich ähnlich ist. Der Film ist somit eine Art Illustration zu dem Beckett-Text. (Beckett würde wahrscheinlich sagen: "Oder auch nicht.")
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"Unsere Zeit ist so aufregend, dass man die Menschen eigentlich nur noch mit Langeweile schockieren kann."
Ende einer Geschichte
Die Schmerzen waren jetzt kaum noch auszuhalten. Trotzdem raffte er sich mit einer letzten Kraftanstrengung auf und setzte diesen Tweet ab: "Alles, was ich sage, kann mir genommen werden. Alles, nur nicht mein Schweigen."
Heute hat der Papst in 9 Sprachen getwittert:
"Die Familie ist der Ort, wo wir uns als Personen entwickeln. Jede Familie ist ein Baustein, der die Gesellschaft aufbaut."
Ich habe ihn daraufhin gefragt: "Aber was tragen dann zölibatäre Priester zum Aufbau der Gesellschaft bei?"
Keine Antwort. (In 9 Sprachen.)
Ich habe ihn daraufhin gefragt: "Aber was tragen dann zölibatäre Priester zum Aufbau der Gesellschaft bei?"
Keine Antwort. (In 9 Sprachen.)
Unterwegs
Diese Frau bewegt sich fort,
als müsse sie gegen einen starken Wind ankämpfen.
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Da ist einer von denen,
denen man ansieht, wie sie nicht aussehen wollen.
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In der Straßenbahn lacht eine Frau einen Hund an,
dessen Besitzerin lacht stellvertretend zurück.
als müsse sie gegen einen starken Wind ankämpfen.
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Da ist einer von denen,
denen man ansieht, wie sie nicht aussehen wollen.
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In der Straßenbahn lacht eine Frau einen Hund an,
dessen Besitzerin lacht stellvertretend zurück.
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